Wie teuer Darf mein Häusle denn sein?

Immer wenn ich mich mit Freunden über das Häusle bauen unterhalte, ist meistens eine der ersten und für mich auch wichtigsten Fragen: Alex, wie viel Haus kann ich mir den jetzt eig. leisten?

Und die Antwort auf die Frage is natürlich auch absolut entscheidend bevor ich überhaupt anfange mir über Grundrisse, Baufirmen, Zinsen oder Grundstücke Gedanken zu machen. Denn von der Bausumme ist letztendlich ja auch mein Kredit bei der Bank meines Vertrauens abhängig. Und am Ende des Tages muss ich zwischen den ganzen Schulden ja auch noch ein bissle leben können richtig? Und abseits davon, kommt ja auch noch der Ganze Stress in der Bauphase als I-Tüpfelchen oben drauf. Mittlerweile is es ja schon so fast so, dass man von seinen Kumpels bemitleidende Blicke kassiert wenn man vom Häusle bauen redet:

Awwww…ihr wollt echt bauen? Sicher? Bei den Grundstückskosten? Habt ihr nicht gerade erst euer Kind bekommen? Ich mein klar, die Bauphase is einer der stressigsten Phasen im Leben…..aber auf der anderen Seite oder auch wieder eine der schönsten oder? Endlich die eigen Vier Wände um ein neues Zuhause für die Family zu schaffen. Raus aus der evtl. schon viel zu kleinen Wohnung und endlich selbst der Vermieter sein….naja zumindest so ein bissle.Ich will dir auch nix vormachen, vergess bitte nicht, dass gerade in der Bauhause der ein oder andere nebenbei ja noch karrieretechnisch was ausbauen möchte, oder das evtl. noch andere Themen anstehen, die auch viel Zeit in Anspruch nehmen…beispielshalber der Nachwuchs.

Daher ist es wirklich wichtig, dass du dich darauf mental vorbereitest, wir wollen keinen stressigen und kräftezehrenden Sprint hinlegen. Lass uns daraus einen kleinen Marathon gestalten der ein Tempo an den Tag legt, bei dem wir nachts noch schlafen können…wenigstens so ein bisschen. Jetzt aber wieder zurück zum Thema. Da hab ich dir jetzt tatsächlich drei wertvolle Minuten deiner Zeit gestohlen und wir haben schon wieder um den heißen Brei geredet….Ups.

Um herauszufinden wie teuer dein Haus eigentlich seien darf müssen wir erstmal eine Bestandsaufnahme machen. Den eines is ganz klar, nur wer sein Eigenkapital und das geplante Budget wirklich kennt, den entsprechenden Notgroschen für unvorhergesehene Kosten parat hat und auch sein Traumhäusle sauber plant, wird langfristig gesehen auch während der Finanzierungsphase gut dastehen. Wir sprechen hier jetzt nicht von den ersten 10 Jahren, nein wir reden wir von der kompletten Laufzeit deines Kredites bis das Haus dann schlussendlich wirklich dir gehört. Gerade beim Häusle bauen müssen wir bei wirklich vielen Themen immer langfristig durchdenken und manchmal auch zerdenken, das fängt bei der Budgetplanung an und hört bei den regelmäßigen Wartungen und Prüfungen deines Hauses auf.

Wir fackeln hier nicht lange und daher is es jetzt mal an der Zeit, dass du deine finanziellen Karten auf den Tisch legst. Denn allein anhand deines Nettoeinkommens könnten wir dein Budget nicht festlegen. Wär doch zu einfach oder? Wir müssen jetzt mal wie bereits oben angerissen folgende Themen prüfen:

Das eigene Kapital: Was hast du den unter dem Kopfkissen versteckt?

Der Notgroschen: Hier sprechen wir von einem Polster für zukünftige Reparaturen.

Das tatsächliche Budget: Hier wird’s ein bissle trocken aber ich versuch‘s möglichst einfach zu erklären…versprochen.

Das eigene Kapital

Um das Thema kurz und knapp zu halten: 25-30% der Bausumme sollte sich angespart unter deinem Kopfkissen befinden. Komm bitte blos nicht auf die Idee eine 100% Finanzierung abzuschließen, somit bist du wirklich von deiner Bank abhängig & sobald eine der Säulen wie Job, Beziehung oder Gesundheit wegbricht is die Privatinsolvenz quasi schon vorprogrammiert.

Der Notgroschen

Vom Grundsatz her solltest du eine Reserve von ca. 15.000-25.000€ als Reserve haben. Das entspricht bei den meisten ca. 3-6 Bruttomonatseinkommen. Diese Reserve sollte auch während der Finanzierungszeit in den kommenden 25-40 Jahren konstant gehalten werden. Es muss ja immer mal wieder spontan an deinem Häusle etwas repariert werden.

Und meistens auch gerade dann wenn du es eigentlich gar nicht gebrauchen kannst. Abseits davon hast du dann auch eine Finanzielle Rücklage, falls du dich beruflich verändern möchtest oder ein anderes unvorhergesehenes Thema ansteht.

So eine Rücklage ist natürlich auch in der Bauphase nicht verkehrt falls sich eine der Firmen verkalkuliert hat und der ein oder andere Nachtrag ansteht. Ach so ein Notgroschen is einfach nie verkehrt.

Das tatsächliche Budget

Fakt is: Umso mehr Zeit du in deine Budgetplanung steckst um herauszufinden wie viel Haus du dir tatsächlich leisten kannst, umso besser kannst du auch während der Tilgungsphase noch dein Leben ein kleines bisschen mit deiner Family genießen und musst daher auch nicht auf langfristige Kompromisse eingehen.

Und als allererstes müssen wir herausfinden wie viel Geld du von deinem hart verdienten Lohn tatsächlich ausgibst. Denn je nachdem wie viel Geld am Ende des Monats übrig bleibt, kann auch anschließend ermittelt werden wie viel Geld du monatlich abzahlen kannst, damit du dir finanziell keinen Zacken aus deiner Krone brichst. Es is wirklich kein Thema für ein oder zwei Jahre mal auf das Schicke Essen oder den teuren Urlaub zu verzichten. Es is auch völlig Okay wenn man sich eine Zeit lange keine Geschenke macht….aber kannst du dir vorstellen die kommenden 20-30 Jahre auf solche Dinge zu verzichten? Also ich definitiv nicht und du eig. auch nicht oder?

Und wie machen wir das Ganze? Easy, des klappt super mit dem guten alten Haushaltsbuch. Aber keine Panik, falls du bis dato einer der vielen warst die keine Haushaltsbuch führen, kannst du dein Budget auch anhand deiner letzten Kontoauszüge ermitteln……wie du siehst, hab ich an alles gedacht mein Bester. Rechne einfach alle deine monatlichen Kosten zusammen und vergleich se Anschließend mit allen deinen monatlichen Einnahmen (z.B. Gehalt, Passiveinkommen..yeah) die auf deinem Konto landen. Jährlich Kosten kannst du entsprechend einfach durch 12 teilen.

Hier mal die wichtigsten Kostenschwerpunkte die du prüfen solltest:

  • Lebensmittel

  • Medikamente

  • Kleidung

  • Handytarif-Vertrag

  • Internettarif –Vertrag

  • Netflix-/Spotify/ Amazon Prime

  • Fitnessstudio

  • Miete (Strom, Heizung, und andere Nebenkosten)

  • KVZ-Kosten (Benzin, Öl-/Reifenwechsel, Wartung, TÜV etc.)

  • Evtl. öffentliche Verkehrsmittel (Monatskarte)

  • Versicherungen

  • Urlaub

  • Evtl. ein Haustier?

  • Kita?

  • GEZ…die sollten wir auch nicht vergessen 😉

  • Hobbys

  • Friseur

  • Geschenke oder auch andere Kleinichkeiten

  • Bei mir wär z.B. noch Schneider und Schuster dabei weil ich eher dazu tendier meine 7 Sachen reparieren zu lassen.

Hier noch ein kleiner Side-Tipp: Umso mehr Kram du beispielsweise mit deiner EC-Karte oder via PayPal bezahlst, um so einfach lässt sich auch anhand deiner Kontoauszüge feststellen, wie hoch die jeweiligen monatlichen Kosten den eigentlich sind. Andernfalls musst du die Cash bezahlten Beträge eben irgendwo vermerken.

Anschließend musst du die gesammelten Daten einfach nur noch in einer Excel Tabelle einpflegen. Hier jetzt aber keine Panik wegen der Formeln bzw. dem zusammenfassen der Kosten. Dafür gibt es unglaublich viele Mustertabellen die du einfach googlen und direkt downloaden kannst. In diesen Tabellen sind auch sehr oft Grafiken enthalten die dir eine sehr leichte Übersicht über deinen Kosten verschaffen. Ich kann dir auch gerne eine meiner Mustertabellen weiterleiten. Schreib einfach eine E-Mail an: service@alexanderbeez.de.

Falls du dir jetzt denkst: Hmmm ich will aber erst in ein paar Jahren bauen. Dann kann ich dir nur empfehlen bereits jetzt mal ein Haushaltsbuch zu führen. Denn dann wird es für dich auch einfacher ein eigenes Kapital von ca. 20-30 % aufzubauen. Und mit einem Haushaltsbuch, dass schon mehrere Jahre geführt wurde, lässt sich am Ende auch eine genauere Budgetplanung erstellen…macht Sinn oder?…..Ich weiß, is echt Langweilig aber geht auch relativ fix wenn man des ein paar Mal gemacht hat. Wie bei allem anderen eben auch.

Alex, jetzt aber mal Tacheles, wie ermittel ich den jetzt mein Budget?

Easy, wichtig war erst mal herauszufinden wo wir bei unseren Ausgaben liegen und anschließend stellen wir jetzt fest was uns damit leisten können. Eines mal direkt vor ab: Diese typische Vergleichsrechnung, dass deine derzeitige stadd deinem Vermieter einfach an die Bank deines Vertrauens zahlst geht leider nicht immer auf wie vorher geplant.

Versteh mich nicht falsch, des klingt in der Theorie echt super aber in der Praxis sieht das dann doch ein bissle anders aus. Da wird gerne mal vergessen, dass du dein Haus nach einer gewissen Zeit auch mal reparieren musst. Beispielsweise müssen die Fenster nach 10-15 Jahren getauscht bzw. repariert werden. Daher hatte ich ja bereits erwähnt, dass wir uns auch einen Notgroschen ansparen sollten…für solche Dinge eben.

Hier mal ein ganz grobes Beispiel damit du spürst wie ich denke:

Derzeit zahlst du ca. 800€ kalt und hast +/- 250€ die du monatlich einfach übrig hast.

Da wären wir insgesamt bei 1050€ pro Monat und wenn wir das auf’s Jahre rechen, dann kommen wir auf schlappe 12.600€.

Soweit so gut. Weil du so ein Fuchs warst und auf mich gehört hast, befinden sich zusätzlich nochmal 25.000€ auf deinem Konto. Das is ein sauberes Eigenkapital….du Sparfuchs.

Und jetzt gehen wir mal davon aus, dass wir eine anfängliche Tilgung von 1% und einen Zinssatz von ca. 1,5% auf 10 Jahre Fixieren.

Dann ergibt sich daraus ein Baubudget von ca. 504.000€ + dein Eigenkapital liegen wir dann bei 529.000€ des is mal ne Hausnummer mit der sich arbeiten lässt oder? Und wie haben wir das jetzt gerechnet? Easy.

Aber ich muss die leider enttäuschen, das ist nicht die Gesamtsumme für deinen Hausbau, da müssen leider paar zusätzliche Nebenkosten abgezogen werden:

Fazit:

Wenn du mir bis hierhin folgen konntest wirst du festgestellt haben das es eig. keine Raketenwissenschaft ist eine Budget auszurechnen. Es ist einfach nur wirklich wichtig, dass du keine Vollfinanzierung startest und das den nötigen Notgroschen bereits im Vorfeld angespart hast. Dann steht auch dem Häusle bauen nix im weg. Ich habe auch bewusst das Baukindergeld nicht mit einbezogen da nicht jeder von euch ein Anrecht darauf hat und der Antrag auf den Zuschuss auch erst gestellt werden kann wenn ihr bereit ins Häusle eingezogen seid. Der Zuschuss is nice to have, aber sollte wirklich nicht in eurer Budget mit einfließen.

Und egal wie viele Baufinanzierungsrechner derzeit via Google zu Verfügung stehen, es ist so wichtig, dass du, egal für welche Bank du dich letzten Endes auch entscheidest, mit jeder separat eine Umfassendes Beratungsgespräch führst. Denn nur so kannst du die passende Bank, und einen passenden Ansprechpartner finden, der auch tatsächlich auf deine Vorstellungen und Wünsche eingeht und dich wiederrum auch vor eventuellen Kostenfallen schützt, da er die nötige Erfahrung mitbringt. Wir sprechen hier schließen von einer der wichtigsten Investitionen deines Lebens, da sollte das ein oder andere Gespräch drin sein.

Danke für’s lesen, ich würd mich riesig freuen wenn du den Beitrag teilst wenn er die gefallen hat:

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Und hier geh ich nochmal auf die wichtigsten Details ein:

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